Lohnverrechnung in der Kanzlei: Wenn das Mandanten-Excel zum Monatsproblem wird
Stundenlisten kommen als Chaos-Excel, die Kanzleisoftware erwartet saubere Import-Dateien für BMD oder RZL. Warum die Lücke dazwischen Kanzleizeit frisst – und wie ein Prüf-Overlay sie schließt, ohne die Software zu ersetzen.

Jede Steuerkanzlei mit Lohnverrechnung kennt den Moment: Der Mandant schickt seine Stundenliste. Ein Excel, gewachsen über Jahre, mit verbundenen Zellen, Farbmarkierungen statt Feldern und einem Tabellenblatt pro Sonderfall. Die Kanzleisoftware – BMD, RZL oder eine andere – erwartet dagegen eine saubere Import-Struktur. Dazwischen sitzt eine Mitarbeiterin, die überträgt, prüft und korrigiert. Jeden Monat. Für jeden Mandanten.
Warum das Problem nicht verschwindet
Der naheliegende Gedanke lautet: Der Mandant soll ordentliche Listen liefern. Wer das versucht hat, weiß, wie es ausgeht. Der Mandant ist Handwerksbetrieb, Gastronom oder Händler – seine Stundenliste ist ein Nebenprodukt seines Alltags, kein Datenformat. Vorlagen werden ignoriert, angepasst oder nach drei Monaten wieder vergessen.
Die zweite Reaktion ist Software-Wechsel-Fantasie: ein neues System, das alles kann. Nur hängt die Kanzlei aus guten Gründen an ihrer Software – Historie, Schnittstellen zur Finanzverwaltung, eingespielte Abläufe. Ein Wechsel wegen der Stundenlisten wäre, als würde man das Haus abreißen, weil die Tür klemmt.
Die Lücke gehört geschlossen, nicht die Systeme ersetzt
Der dritte Weg ist ein Overlay: eine Zwischenschicht, die das Mandanten-Excel entgegennimmt, prüft und in das Import-Format der Kanzleisoftware übersetzt. Das Excel darf chaotisch bleiben, die Kanzleisoftware bleibt unangetastet – dazwischen arbeitet die Automatisierung.
Konkret heißt das: Die Stundenliste wird eingelesen, jede Zeile geprüft. Was plausibel ist, wird übernommen. Was fehlt oder widersprüchlich ist – fehlende Stunden, doppelte Einträge, unklare Zuschläge – wird markiert und der Sachbearbeiterin zur Entscheidung vorgelegt. Am Ende steht eine fehlerfreie Import-Datei im Format von BMD oder RZL.
Die fachliche Kontrolle bleibt in der Kanzlei. Das Overlay nimmt die Übertragungsarbeit ab, nicht die Verantwortung für die Lohnverrechnung. Wie das aussieht, lässt sich an der Kanzlei-Brücke live durchspielen.
Was das wirtschaftlich bedeutet
Die Rechnung ist pro Mandant zu führen: Wie viele Minuten kostet das Übertragen und Prüfen einer Stundenliste, multipliziert mit zwölf Monaten, multipliziert mit der Zahl der Lohnmandanten. In vielen Kanzleien kommt dabei ein Arbeitspaket heraus, das ganze Tage pro Monat bindet – ausgerechnet in einem Bereich, in dem Fachkräfte knapp sind und Fehler teuer.
Wichtig ist dabei die Eigentumsfrage: Eine solche Lösung wird für die Kanzlei gebaut, auf ihre Mandanten-Formate eingestellt und in die eigene Cloud-Umgebung der Kanzlei übergeben – inklusive aller Zugänge. Die Kanzlei besitzt den Workflow, so wie sie ihre Mandantenbeziehung besitzt. Für Anpassungen und neue Mandanten-Formate stehe ich danach laufend zur Verfügung, planbar als Retainer oder nach Aufwand.
Der erste Schritt
Er ist unspektakulär: eine echte Stundenliste eines echten Mandanten neben das Import-Format der Kanzleisoftware legen und die Lücke benennen. Genau das ist der Ausgangspunkt für ein maßgeschneidertes Overlay. Wenn Sie diesen Schritt gehen wollen: Beschreiben Sie mir Ihren Fall – gern mit einem anonymisierten Beispiel-Excel.
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